Edelobstbrennerei Stählemühle

Startseite » Stählemühle » Stählemühle News Ihr Konto | Warenkorb | Kasse



Verehrte Freunde edler Destillate,

»Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist«, rät eine alte Lebensweisheit.
Und, nun ja, was soll ich sagen, wir finden es jetzt eigentlich ziemlich schön.
Daher haben wir uns dazu entschlossen, unsere Brennerei in naher Zukunft zu schliessen.
Allerdings NICHT JETZT SOFORT, sondern im Herbst 2018.

Also: Keine Panik – wir haben eine umfangreiche Brennsaison hinter uns, viel eingemaischt und destilliert,
sogar einige ganz neue Sorten an Destillaten gebrannt und sind nun dabei, den neuen Jahrgang „auf die Flasche zu ziehen“.
Unsere Lager sind ab April 2017 wieder prall gefüllt mit etwa 250 verschiedenen Bränden und Geisten.
Es bleibt also genug Zeit, die Bestände der Hausbar noch einmal aufzufüllen!

Über die Beweggründe, die mich zum Aufhören geführt haben, konnte ich in letzter Zeit mit verschiedenen Medien sprechen.
Wer sich einfühlen möchte, dem kann ich folgende Veröffentlichungen ans Herz legen:

»Der letzte Brand«, in: brand eins, Nr. 2/2017, Interview mit Harald Willenbrock

Daran anschliessend auch zum Hören:
»Ikone wider Willen«, bei detektor.fm

Interview mit Dirk Mönkemöller  in der Februar-Ausgabe von »The Weekender«


»Warum ist weniger für Dich mehr, Christoph Keller?«, bei Viertel/Vor, Interview mit Anna Schunck

Interview mit Vincent Schuster bei Radio Seefunk


Falls das zu umständlich sein sollte, und um wilden Gerüchten vorzubeugen, sollen ein paar persönliche Worte an dieser Stelle folgen:

Ja, wir hören auf. Wir verkaufen nicht, wir bleiben hier wohnen und ich werde vielleicht auch weiterhin als landwirtschaftlicher Brenner
für den Eigenbedarf als Hobbyist und Forscher destillieren, vor allem eigenes Obst aus unseren Pflanzungen und R&D-Projekte.
Nach 2018 wird man diese Destillate aber nicht mehr käuflich erwerben können. Der Gewerbebetrieb wird eingestellt.

Meine Frau und ich haben diesen Hof 2004 übernommen und ein altes Brennrecht vorgefunden, das seit der Mitte des 19. Jahrhunderts
auf der Stählemühle liegt. Schnell habe ich die Obstbrennerei als Hobby für mich entdeckt und mich obsessiv mit diesem alten Kulturgut —
zwischen Alchemie, Botanik und Landwirtschaft — beschäftigt. Dass hieraus ein Beruf, ein Betrieb, ein Unternehmen und eine „Marke“
(die wir bis heute nicht sein wollen!) entstanden ist, war nie geplant. Die Destillation war »Liebe auf den ersten Blick« und so soll es bleiben.

Wir haben in den vergangenen 12 Jahren über 600 verschiedene Obstsorten, Kräuter, Gewürze, Gemüsepflanzen, Getreide, Pilze,
Wurzeln, Blüten, Nadeln und sonstige »Botanicals« destilliert. Aktuell bieten wir rund 260 verschiedene Destillate an.

Wir haben bei nationalen und internationalen Wettbewerben so ziemlich alle Auszeichnungen erhalten, die man bekommen kann (siehe unten)
und uns eine internationale Reputation erarbeitet, die unsere Produkte auf viele Speisekarten der internationalen Spitzengastronomie geführt hat.
Die besten Feinkosthändler in Deutschland und dem benachbarten Ausland führen eine Auswahl unserer Destillate.

Ich habe in den ergangenen Jahren über 120 Seminare über die Destillation von Obst und Kräutern abgehalten und über 2.500 Teilnehmer
in die Kunst des Riechens, Schmeckens, Erkennens und Beurteilens von Obstbränden eingeführt.

Wir haben zahlreiche Brennerei-Lehrlinge, Studenten der Getränketechnologie und des Brennereiwesens, bei uns ausgebildet,
die ihr Wissen nun weitergeben können – einer davon, unser japanischer Freund Hiroshi Eguchi, eröffnet demnächst sogar seine eigene Brennerei
nach dem Vorbild der Stählemühle in der Nähe von Osaka, Japan.

Wir haben alle gängigen mitteleuropäischen Spirituosen unter die Lupe genommen, verfeinert und in bestmöglichen Varianten zur Reife gebracht –
vom Korn, über Absinth, Whisky, Vodka, Aquavit und natürlich den Klassikern der Obstbrennerei.
In diesem Jahr kommt noch ein spezielles Rum-Projekt in Zusammenarbeit mit Ron Zacapa hinzu.

Wir haben viele neue Destillate entwickelt, die es so, oder zumindest in dieser Form, noch nie gegeben hat —
und dabei auch technologische Innovationen im Bereich der Maischeführung und der Brennereitechnologie entwickelt.

Unsere Brände dienten mehrfach als Staatsgeschenke für unsere Bundeskanzlerin
und viele andere wirtschaftliche und politische Führungspersönlichkeiten.

In unserer kunsthandwerklichen Design-Edition haben wir mit zahlreichen High-End-Manufakturen wie den Deutschen Werkstätten,
der Porzellan Manufaktur Nymphenburg, E15, Saskia Diez, J. & L. Lobmeyr, The Hansen Family und vielen international renommierten
Designern zusammengearbeitet.

Über 400 Presseartikel in den letzten 8 Jahren belegen das große Interesse der Medien an unserem „Sonderweg“
und dem traditionellen Handwerk der Destillation.

Jedes zweite Jahr haben wir alle Türen und Tore unserer Destillerie geöffnet und beim »Tag der offenen Brennerei«
einen Blick hinter die Kulissen gewährt. Beim letzten Mal, im Juli 2016, kamen über 3.500 Besucher —
fast schon ein bisschen viel für unseren kleinen Hof…

Mit unserer individuellen Flasche und vor allem mit dem Obstbrandglas „Stählemühle“, das wir gemeinsam mit dem
Berliner Designer Mark Braun und der fantastischen Glasmanufaktur J. & L. Lobmeyr in Wien entwerfen durften,
haben zwei originelle Design-Produkte das Licht der Welt erblickt und einige Design-Preise gewonnen.

Letztlich haben wir ein altes Handwerk durch viel Sorgfalt, Forschung, mühevoller Beschreibung und Erklärung,
Innovation und präziser Gestaltung wieder neu belebt und zu einer neuen Aufmerksamkeit verholfen.

Und auf die Gefahr hin, dass dies nun extrem arrogant klingen könnte:
Ich habe das Gefühl, es bleibt nicht mehr viel für mich zu tun.
Und deshalb höre ich auf.
Ende 2018  werde ich fast 15 Jahre auf dem Buckel haben, in denen ich mich fast nur mit Alkohol —
in allen Erscheinungsformen — beschäftigt habe. Das genügt.
Es ist Zeit etwas Neues anzufangen.
Was das sein wird, kann ich noch nicht sagen. Ich bin vorerst mit dem Aufhören beschäftigt.
Auch das wird dauern.

Unseren langjährigen, treuen und lieb gewonnen Partnern in der Spitzengastronomie und im Feinkost- und Spirituosen-Handel
möchte ich noch ankündigen, dass ich mich Ende des Jahres 2017 mit einigen Vorschlägen an Sie wenden werden,
wie Sie Ihren Bestand zu besonderen Konditionen auffüllen können.

Unsere treuen Privatkunden — Liebhaber, Gourmets, Connaisseure — bitte ich um Verständnis für diese Entscheidung.
Ich hoffe, dass wir die Enttäuschung darüber, dass es unsere Produkte irgendwann nicht mehr geben wird, kompensieren können,
indem wir zu gegebenem Zeitpunkt einige Brenner-Kollegen empfehlen, die ihre hochgeistigen Produkte mit genau so viel Liebe
zur Natur, zur Qualität und zur Destillation herstellen, wie wir selbst.

Bis dahin können Sie uns jederzeit via e-mail (über das Kontaktformular) erreichen.
Wir sind bis Mitte 2018 auf jeden Fall für Sie da!


Eine Übersicht über unser aktuelles Sortiment finden Sie auf unserer Website oder in unserer aktuellen Sortimentsliste,
die Sie als pdf hier downloaden können:

und
Neue Destillate des Jahrgangs 2016 – Download




Viel Vergnügen!

Ihr
Christoph Keller




Zurück
   




   xt:Commerce © 2006 by mx